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Jagen im Kanton Luzern

Jagen im Kanton

Obleute- und Jagdleiter/innen-Versammlung 2026

Obleute- und Jagdleiter/innen-Versammlung 2026
Zur Obleute und JagdleiterInnenversammlung der Sektion Hinterland konnte Sektionspräsident Andi Vollenweider Mitte August  im «Löwen» Grossdietwil rund 70 Jägerinnen und Jäger begrüssen. Damit waren 36 der 39 Reviere der Sektion Hinterland an diesem jährlich stattfindenden Informationsanlass vertreten. Als Gäste begrüsste Andi Vollenweider Fabian Stadelmann, Präsident von Revierjagd Luzern RJL und seitens Lawa Christian Hüsler, Fachbereichsleiter Jagd und Wildhüter. Ebenso vom Lawa war Claudio Schorta anwesend und stellte sich kurz vor. Er betreut die Administration Jagd. Daneben ist er als Wildhüter neu zuständig für einen Teil des Sektionsgebietes Hinterland.
Michael Grüter, Jäger, Forstingenieur und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Berner Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften ist selber Jagdleiter der Jagdgesellschaft Fischbach. Grüter hielt ein spannendes Referat über das Rotwild im Mittelland. Er zeigte auf, wie mittels Besenderung von Rotwild die oft sehr weiten Wanderungen von Hirschen im Mittelland bis gegen die Voralpen dokumentiert und erforscht werden können. Interessant dabei, dass das Rotwild im Mittelland offenbar weniger störungsanfällig ist als Hirsche im Berggebiet. Immer jedoch sei das Rotwild sehr heimlich und lasse sich vor allem tagsüber kaum beobachten.
Christian Hüsler informierte zur neuen Wald-Wild-Lebensraum-Strategie des Kantons. Diese umfasst die fünf Handlungsfelder Wald, Jagd, Lebensraum, Störungen und Akteure. Beim Handlungsfeld Jagd sollen die Bestandesschätzungen beim Schalenwild weiterentwickelt und Mindeststandards etabliert werden. Ebenso soll die Bejagungslenkung und -wirkung verbessert werden. Daneben soll die Funktion der Jagdleitung formal, das heisst auf Gesetzesebene, eingeführt und damit gestärkt werden. Bis jetzt war Einsetzung einer Jagdleitung bei den Jagdgesellschaften freiwillig. Beim Handlungsfeld Störungen sollen die Kriterien von Veranstaltungsbewilligungen überprüft werden, ebenso verschiedene Lenkungsmassnahmen für wildkritische Aktivitäten im Wald.
Christian Hüsler machte auch einige Ausführungen zur Revision des kantonalen Jagdrechts. Diese ist in erster Linie notwendig auf Grund des revidierten Bundesjagdrechts. Zusätzlich werden aber auch weitere Anpassungen einfliessen. Dies auf Grund der Wald-Wild-Lebensraumstrategie und wegen veränderten Bedingungen und neuen Herausforderungen bezüglich der Jagdausübung und von Forderungen aus der Praxis. Auch können in diesem Zusammenhang teilweise nicht mehr zeitgemässe Regelungen überdacht werden. Das revidierte Jagdgesetze wird frühestens im August 2029 inkrafttreten. Die Revision wird von einer Begleitgruppe verschiedener Akteure, dabei auch RJL, erarbeitet. Sowohl Christian Hüsler als auch Andi Vollenweider riefen die Jägerschaft auf, ihre Anliegen über den Verband einzubringen.
Bei den Jagdbetriebsvorschriften gibt es 2026 Neuerungen: ab August müssen Rehwildabschüsse innert sieben Tagen im Jagdportal eingetragen werden und beim Rotwild dürfen Spiesser mit Stangenlänge bis Lauscherhöhe neu bereits ab Anfang September ausserhalb der üblichen Anforderungen erlegt werden.
Neben weiteren Informationen aus dem Lawa orientierte Christian Hüsler über die Neuorganisation der Wildhut. Mit Beat Niederberger konnte eine zusätzliche fünfte Wildhutstelle besetzt werden. Die fünf Wildhüter sind neu zuständig für je ein fix zugeteiltes Gebiet. Damit hat jede Jagdgesellschaft künftig einen für sie zuständigen Wildhüter.
Zum Schluss ermunterte Andi Vollenweider die Gesellschaften zur Teilnahme am Sektionsstich. Er dankte allen JägerInnen für ihren Einsatz für Hege und Jagd und wünschte ihnen eine unfallfreie Herbstjagd mit viel Weidmannsheil.

Text : Heidi Frey (Vorstand Sektion Hinterland)