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Jagen im Kanton Luzern

Jagen im Kanton

Sektionskurs aller vier Sektionen 2026

Sektionskurs aller vier Sektionen 2026
Ende April fanden die jährlichen Weiterbildungskurse der vier Sektionen von Revierjagd Luzern RJL statt. In diesem Jahr erstmals in allen vier Sektionen zum gleichen Thema. Mit Christine Fischer, einer gebürtigen Schweizerin aus Vorarlberg konnte zum Thema Kommunikation eine kompetente Referentin gefunden werden. Christine Fischer ist Akademische Jagdwirtin (Universität für Bodenkultur Wien, BOKU). Wichtiger jedoch noch: sie ist selber passionierte Jägerin.
So verwendete sie denn auch in ihrer Präsentation, neben anspruchsvoller Theorie, viele Praxisbeispiele.
Christine Fischer bezog sich in ihrem Referat mehrheitlich auf die Kommunikation im jagdlichen Kontext im Revier und im digitalen Raum, welcher von der Jägerschaft oft und gerne auch genutzt wird. Ihre Ausführungen und Tips können jedoch auch zur Kommunikation in vielen anderen Lebensbereichen angewendet werden. Eindrücklich zeigte die Referentin auf, wie digitale und analoge Kommunikation eng miteinander verbunden sind.
Damit aber überhaupt das Verständnis für eine gute Kommunikation - sowohl digital als auch analog, also direkt von Mensch zu Mensch - entstehen kann, muss man sich bewusst sein, wie Kommunikation überhaupt funktioniert: Die ersten Sekunden einer persönlichen Begegnung oder beim Lesen einer Botschaft sind dabei entscheidend. Diese erste emotionale Reaktion entscheidet über Offenheit oder Ablehnung – noch vor jedem Argument!
Christine Fischer rät sowohl beim direkten Kontakt im Revier, als auch im digitalen Bereich folgenden Umgang mit Kritik und Eskalation:
  • innehalten – nicht sofort und nicht impulsiv reagieren
  • sachliche Kritik von emotionaler Provokation unterscheiden
  • auf die Inhalte antworten und nicht auf den Ton, auf Dynamik eingehen
  • bei Eskalation Ruhe bewahren.
  • nicht auf jede andere Meinung braucht es eine Antwort
Eingehend ging sie auf die, von ihr im Rahmen ihrer Masterarbeit zusammen mit einem Meinungsforschungsinstitut gemachten, Studie zu Erlegerbildern ein. Solche Bilder werden bekanntlich oft in den sozialen Medien wie WhatsApp, Facebook etc. gezeigt. Überrascht waren die meisten, dass von nichtjagdlichen Personen der Generation Z (Jahrgänge 1995 bis 2010) sowohl aus städtischem wie aus ländlichem Gebiet über 90 Prozent solche Erlegerbilder negativ bis ablehnend bewerten.
Durch die Ausführungen von Christine Fischer wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Wirkung und Reichweite einzelner Beiträge oder Bilder im Netz bewusst. Wenn man meint, ein Bild oder eine Nachricht nur im eigenen Jägerchat zu schreiben, kann dieses, oft unüberlegt, von andern geteilt werden und die Kontrolle über die Verbreitung kann völlig entgleiten und ungewollt auch Jagdkritiker bis Jagdgegner auf den Plan rufen.
Bei Beiträgen im Netz, aber auch in der direkten Kommunikation, sollte darum immer überlegt werden, welche Wirkung ausgelöst wird, bzw. welche Wirkung ausgelöst werden soll. Der Jäger, die Jägerin muss sich dabei immer überlegen, was jemand ohne jagdliche Erfahrung sieht und versteht.
Jagd polarisiert – in der heutigen Zeit noch viel stärker als früher: Leben versus Tod, Stadt versus Land, Schutz versus Nutzung, Gefühle versus Vernunft – solche grundlegenden Fragen werden durch die Jagd sichtbar und die Meinungen dazu sind oft sehr weit auseinander. Dies auch, weil viele Menschen keinen Bezug mehr haben zur Jagd und zur Natur. Das heisst zwar, Fakten und Wissen vermitteln, jedoch in erster Linie Vertrauen aufbauen und Verständnis und Akzeptanz fördern. Es ist zu hoffen, dass dieser Sektionskurs dazu etwas beigetragen hat.

Sektion Hinterland
Der Kurs der Sektion Hinterland fand am Donnerstagabend im Saal des Restaurants Ilge in Ettiswil statt. Sektionspräsident Andi Vollenweider konnte über 80 Jägerinnen und Jäger sowie Dr. Peter Ulmann, Leiter Natur, Jagd und Fischerei des Kantons Luzern, begrüssen. Die Jagdhornbläser Hinterland umrahmten den Anlass und zum Schluss konnten sich die Anwesenden bei einem Aserplättli selber austauschen.

Sektion Entlebuch
Der Kurs der Sektion Entlebuch fand am darauffolgenden Freitagabend im Pfarreisaal Schüpfheim statt. Sektionspräsident Stefan Süess konnte über 70 interessierte Jägerinnen und Jäger begrüssen. Nach dem Referat pflegten die anwesenden Jägerinnen und Jäger bei Wurst und Brot regen Austausch.

Sektionen Seetal / Pilatus
Der gemeinsame Kurs der Sektionen Seetal und Pilatus fand am folgenden Samstagvormittag auf dem Weingut Klosterhof in Aesch bei Noel und Priscilla Huwiler statt. Sektionspräsident Philipp Krummenacher konnte über 70 interessierte Jägerinnen und Jäger begrüssen. Obmann Pius Höltschi stellte das Revier Aesch vor, dessen fünf Pächter zusammen mit ihren Helferinnen und Helfern für das leibliche Wohl sorgten.

Zu Christine Fischer
  • geboren in Schaffhausen/Schweiz, wohnhaft in Vorarlberg
  • Jägerin seit 2008 mit Passion Bergjagd
  • MBA Digital Business (FH Burgenland)
  • Akademische Jagdwirtin (Universität für Bodenkultur Wien, BOKU)
  • Fachgruppensprecherin der Jagdwirte-Alumi der BOKU Wien
  • Kommunikatorin und Beraterin, Autorin, Bloggerin, Referentin, Lehrende in der jagdlichen Aus- und Fortbildung
  • Kernthemen: Jagd und Öffentlichkeit, Jagd in sozialen Medien, intergenerationaler Wissenstransfer, nachhaltige Naturnutzung und tierethische Jagd, Transformation & Innovation jagdlicher Organisationsstrukturen
Siehe dazu auch hirschundco.com
 
Text: Heidi Frey
Fotos: Heidi Frey u. Marlene Köhle

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