Jäger bliesen ins Horn, schossen und feierten
(Text und Bilder Hermann Büttiker)
Grosswangen/Ettiswil: Eidgenössisches Bläserschiessen, Kantonales Jagdschiessen und 1. Kantonale Hegeschau
An den drei Jagdveranstaltungen gab es nur Gewinner. Die Hinterländer Weidmänner waren treffsicher, doch der Erstrangierte beim Kantonalen kam aus Zofingen und beim Eidgenössischen gingen Einzel- und Gruppensieg an die Ostschweiz.
Die KIGRO Grosswangen und das Schloss Wyher Ettiswil waren über das Wochenende Treffpunkt der Jäger und Jagdfreunde. Gleich drei Anlässe brachten die Organisatoren unter dem Präsidium von Heinz Herzog unter einen (Jäger-)Hut. Die Jagdschützen Grosswangen, die Jagdhornbläser Hinterland und Revierjagd Luzern Sektion Hinterland taten sich zusammen und schnürten ein Multipack. Und die Organisation war hervorragend, trotz miserablen Wetters zu Beginn am Samstagmorgen. Das Kompliment kommt von Beat Bridel, Obmann der Jagdgesellschaft Adligenswil: „Der Anlass ist sehr gut organisiert. Dazu trägt auch die optimal in die Landschaft eingebettete Schiessanlage bei. Man könnte es nicht besser machen“. Er nahm gleich an beiden Wettbewerben teil, am Kantonalen Jagdschiessen und am Eidgenössischen Bläserschiessen.
Der erste Schuss zählt
Das Programm des Kantonalen Jagdschiessens, das alle zwei Jahre zur Austragung gelangt und von einer andern Sektion von Revier Jagd Luzern durchgeführt wird, ist auf die Praxis ausgerichtet. Es gibt keine Probeschüsse und dies gibt es auch in der freien Wildbahn nicht. Der erste Schuss muss das „angesprochene“ Tier zur Strecke bringen. Das haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewiesen. Genau 50 liessen sich mit der Kugel vier Mal eine Zehn schreiben, Distanz 100 Meter auf Rehbock, Überläufer, Gamsbock und den sitzenden Fuchs. Auch das Programm mit Schrot war anspruchsvoll: Tontauben an- und abfliegend sechs Schuss, laufender Hase (dreiteilig) rechts und links je vier Schuss und Rollhase sechs Schuss. Mit 109 Punkten setzten sich Christian Rudin aus Zofingen und der Ettiswiler Pius Vonwyl an die Spitze der Rangliste. Sie verloren je einen Punkt. Rudin liess beim Hasen von rechts kommend einen Punkt liegen und Vonwyl kassierte neben drei Zehnern mit der Kugel eine Neun. Er war gleichzeitig verantwortlicher Schützenmeister im OK und wurde mit seinem Resultat kantonaler Jagdschützenmeister. Auf dem dritten Rang folgte der Buttisholzer Benno Kunz, als Verantwortlicher für das Schiessen im Verband Revier Jagd Luzern. Überhaupt dominierten die Hinterländer das Geschehen, wie die Rangliste zeigt. Auch die Gruppenrangliste wird von der Jagdgesellschaft Grosswangen-Ost angeführt.
Das 20. Eidgenössische Bläserschiessen
Am Samstag-Mittag wechselte das Programm. Das Eidgenössische Bläserschiessen begann. Die Wettvorträge Blasen wurden im Garten des Wasserschlosses Wyher ausgetragen. Die Bewertung erfolgte durch die drei Juroren Lars Magnus, Prof. Arnold Heidwolf und Lorenzo Civatti nach den Kriterien Notengerechtigkeit, Rhythmus, Tonreinheit und Gestaltung. „Man hört es nach den ersten vier Tönen bereits, wie der Vortrag zu bewerten ist. Das Niveau der Teilnehmenden ist recht hoch und hat sogar fast Profiqualität“, bemerkte Civatti. Die höchsten Wertungspunkte erzielte der Willisauer René Wigger. Mit minimem Abstand folgte Hermann Studer, jun., Escholzmatt, der vor zwei Jahren gewonnen hatte. Den dritten Platz belegte der Maienfelder Sascha Wenk.
Treffsichere Bläser
Gleich neun Teilnehmer haben in drei Passen mit je fünf Schüssen mit der Kugelbüchse Distanz 100 Meter das Maximum von 150 Punkten erreicht. Die Zahl der Mouchen und das höhere Alter entschieden über die Rangierung. Meister im Kugelschiessen wurde Franz Felder, Entlebuch, - wie schon vor zwei Jahren – vor Ruedi Komminoth, Bad-Ragaz, und Hubert Fischer, Grosswangen. Im Flintenschiessen auf den laufenden Hasen zeigte sich ein ähnliches Bild. In drei Passen à fünf Schuss waren drei Schützen gleichauf mit je 84 Punkten und alle drei wiesen gleich viele Volltreffer auf. Auch hier entschied das Alter. Zum Meister im Schrotschiessen wurde Ossy Just, Maienfeld, ausgerufen vor Pius Bättig, Ufhusen, und Hermann Studer, jun., Escholzmatt.
Gesamtsieger in allen drei Disziplinen – Blasen, Kugel- und Schrotschiessen – wurde Albert Winkler, Mastrils, vor Hermann Studer, Escholzmatt, und Ruedi Komminoth, Bad-Ragaz. Der Gruppensieg ging an die „Sargansländer Jagdhornbläser“. Auf Platz zwei etablierten sich die gastgebenden „Jagdhornbläser Luzerner Hinterland“ 1 vor den „Berner Parforcehornbläsern“.
Prächtiger Gabentempel
Sowohl für die Teilnehmenden am Luzerner Kantonalen, als auch jenen am Eidgenössischen stand ein prächtiger Gabentempel zur Verfügung. Gar fertig montierte Hochsitze standen für Gruppenerste bereit. Statt Kranzabzeichen gab es am Kantonalen ein persönlich graviertes Sackmesser.
Positive Bilanz
Beim Absenden am Sonntagabend, pünktlich zur festgesetzten Zeit, konnte OK-Präsident Heinz Herzog eine positive Bilanz ziehen. „Ich bin glücklich, dass wir diese beiden bedeutenden Anlässe unfallfrei und ohne jegliche Komplikationen durchführen konnten.“ Er dankte der KIGRO Grosswangen für das grosszügige Überlassen des Areals, den Sponsoren, Gönnern und Jagdfreunden für die Unterstützung. Der grösste Dank ging an die rund 80 Mitarbeitenden für ihren beispielhaften Einsatz. Auch Christian Schmassmann, Arlesheim, als Präsident der Jagdhornbläser Schweiz, fand nur lobende Worte für den Anlass. Der Marbacher Hans Lötscher, Bläserobmann von Revier Jagd Luzern, gab gleich einen praktischen Hinweis zur Pflege des Jagdhornblasens und sagte: „Wo das Handy nicht hinkommt, hört man das Jagdsignal. Beim Erklingen von Jagdhörnern bleiben die Leute stehen und halten inne. Das sind gute Gründe diese Jagdkultur zu pflegen“. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit der ersten kantonalen Hegeschau. Eine grosse Anzahl besonderer Trophäen wurden präsentiert, vom Perückenbock, zum ungeraden Zehnender-Rehbock bis zum Ebersecker-Hirsch, dem die linke Stange abgeknickt war. Dies regte zu angeregten Gesprächen unter den Nimroden und Besuchern an. Aber auch sonst war es ein Anlass zum Geniessen und zum Feiern unter Gleichgesinnten, wie Walter Steffen, Nottwil, Präsident von Revier Jagd Luzern, treffend bemerkte. „Das Schiessen gehört zum jagdlichen Handwerk und das Jagdhornblasen übt Brückenfunktion zwischen der Jägerschaft und der nichtjagenden Bevölkerung aus.“
Ranglisten:

Konzentration und eine ruhige Hand sind gefragt

OKP Heinz Herzog, Jagdverwalter Josef Muggli und Walter Steffen, Präsident Revier Jagd Luzern strecken die Köpfe zusammen

Die drei Erstrangierten des Kantonalen Jagdschiessens mit dem Vertreter des Hauptsponsors (v.l.): Oliver Stöckli, Pius Vonwyl (Kantonalmeister), Christian Rudin (Erstrangierter) und Benno Kunz (Drittplatzierter)

Die gastgebenden Hinterländer Jagdhornbläser bieten auch Unterhaltung
Hans Lötscher Luzerner Bläserobmann: „Wo das Handy nicht hinkommt, hört man das Jagdhorn“

Die „Sarganserländer“ wurden Gruppensieger mit Albert Winkler, Ruedi Komminoth, Johann Bollhalder, Amadeus Muoth und Robert Kohler

Die drei ersten des Eidg. Bläserschiessens (v.l.): Hermann Studer, Albert Winkler, Ruedi Komminoth